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Mittagspausen-Angeln-HafencityMit zunehmender Begeisterung erfährt das urbane Raubfischangeln inzwischen immensen Zulauf.

In Großstädten wie Hamburg, Berlin oder auch Bremen gehört es mittlerweile zum Stadtbild, dass vor allem junge Männer (aber auch Damen) bewaffnet mit Angelruten, Taschen und Spundwandkeschern, sich durch Touristengruppen durchschlängeln, an U-Bahnhöfen oder Bushaltestellen stehen oder mit der Rute in der Hand am nächsten Dönerladen einen kurzen Pitstop einlegen.

Mit ihren Drahteseln oder Motorrollern ist es ihnen möglich die vielen Hot-Spots, die eine Großstadt zu bieten hat schnell und unkompliziert „abzuklappern“. Das klingt etwas merkwürdig, allerdings haben gerade die innerstädtischen Kanäle großes Potenzial für schöne Raubfischfänge.

Warum das sogenannte „Street Fishing“ so hoch im Kurs steht, ist relativ einfach zu erklären. Durch ein großes Nahrungsangebot unter anderem Essensreste, die nicht selten von dicken Ausflugsdampfern fallen, die von gesättigten Homosapiens die Spundwände hinunter ins Wasser geworfen werden oder auch Brotkrumen aus unschuldigen Kleinkinderhänden, die sich ihrer Bestimmung, der Kinderherz beglückenden Entenmast widersetzten und zu schnell auf Tauchstation gehen, ziehen eine Menge an kleinen Beutefischen in die Kanäle.

Brücken und auch die sich ständig verändernde Unterwasserstruktur, durch rostende Einkaufswagen, Fahrräder und andere Gegenstände bieten dem Kleinfisch genügend Unterschlupf. Dies hat zur Folge, dass die Räuber nicht lange auf sich warten lassen.

In Berlin z.B ist in den letzten Jahren ein rasanter Anstieg an Spreehechten zu verzeichnen. Barsche und Zander nutzen ebenfalls dieses Terrain, um sich genug Energiereserven anzufressen. Ein weiterer Grund sind die Wehre und verschiedensten Kalt- und Warmwasserzuläufe die eine Stadt nun mal so hat. Diese Stellen sind beliebte Hot-Spots, da sich viel Fisch durch das hohe Sauerstoffangebot dort aufhält. Hier tummeln sich gerade im Sommer, viele Barsche und vor allem große Gruppen von Rapfen, die durch ihre sehr aggressiven Attacken an der Wasseroberfläche, bei den Anglern sehr beliebt sind.

Nicht zu vergessen ist natürlich der Angler an sich. Ohne Auto kann er schnell und unkompliziert auch bei kurzem Zeitfenster seinem geliebtem Hobby nachgehen. Der Charme und das Panorama einer Großstadt bieten dazu eine sehr aufregende Abwechslung.

Ich nutze diesen Komfort, um nach der der Arbeit noch Mal für 2 oder 3 Stunden ans Wasser zu kommen und wurde dadurch schon mit einigen tollen Fischen belohnt. Bei meinen Streifzügen durch die Berliner City bevorzuge ich Angelmethoden wie das DropShot Rig, das Carolina Rig, Jigs und ein paar selektierte Topwaterköder für den Rapfen.

In diesem Sinne, weg vom Rechner und auf zu Alster, Elbe und Co.

Tight Lines wünscht Julian vom Team Zesox