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Quappe am Elbgrund (Grafik: Manfred Siedler)Die Quappe (auch Aalquappe, Rutte oder Trüsche) ist ein Fisch, der eigentlich recht wenig beangelt wird. Der Hauptgrund dafür ist wohl, dass die meisten Angler ihr Angelgeschirr spätestens kurz vor Weihnachten in den Keller verfrachten, wo es dann bis zum nächsten Frühjahr Winterschlaf hält.

Wer Quappen fangen will, muss unter Umständen aber auch bei Temperaturen unter 0°C im Dunkeln lange ausharren können. Quappen lieben die Nacht und starke Strömung bei kaltem Wasser.

Die Quappe oder auch Rutte (lat. Lota lota)
Ein typisches Merkmal der Quappe ist der vorne walzenförmige Körperbau, der nach hinten, ab dem Waidloch, eine hochrückige und seitlich zusammengedrückte Form annimmt. Die Quappe ist der einzige Süßwasservertreter der Dorschfamilie. Ihr Körper und ihre Flossen sind graubraun bis grünlich und mit einer auffallenden Marmorierung gezeichnet. Ein weiteres Merkmal ist der einzelne Bartfaden, der in der Kinnmitte entspringt.

 

Quappen führen ein verstecktes Leben und kommen außer auf der Balkan- und Pyrenäenhalbinsel, sowie im überwiegenden Teil Englands und Norwegens,  in allen großen Flüssen vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht dabei von den Oberläufen der Flüsse bis in die Brackwasserregionen. In Deutschland sind die Flüsse Rhein, Elbe, Lech, Oder und Havel ideale Gewässer für Quappen-Angler, aber auch die kleineren Flüsse wie Stör, Eider oder Aller sind Quappengewässer.

Quappen sind gesellige Fische, die man oft in Gruppen zu 5 oder mehr, versteckt zwischen Steinen,   Baumwurzeln oder im Wasser liegendem Totholz antrifft. Im Gegensatz zu anderen Fischen nehmen die Quappen die meiste Nahrung in kaltem Wasser, in den Herbst und Wintermonaten zu sich. Im Sommer fallen sie zuweilen in einen Sommerschlaf, weswegen man sie in der warmen Jahreszeit meist nicht fängt.

Während der Wintermonate sind Quappen sehr gefräßig und können sogar Fische verschlucken, die nur wenig kleiner sind als sie selber. Die Quappe wird normal 60-70 cm lang, maximal jedoch bis 120 cm. In unseren Gewässern erreichen die Fische ein Gewicht von 2-5 kg. Ihr maximales Gewicht wird in der Fachliteratur aber mit bis zu 24 kg angegeben. Die seit 2010 als Weltrekord eingetragene Quappe hatte eine Länge von 105 cm und ein Gewicht von 23 Pfund.

Die Montage
einfache-grundmontageQuappen halten sich meist am Gewässergrund auf, daher verwendet man am besten eine einfache Grundmontage mit einem Laufblei oder einer Seitenbleimontage, wobei das Grundblei entsprechend der Strömungsstärke gewählt wird. Wichtig ist dabei, dass die Montage an der Strömungskante liegen bleibt und nicht verdriftet wird.

Am 20-30cm langen monofielen Vorfach sollte ein Haken der Größe 1-4 hängen. Wichtig ist, dass man sowohl als Hauptschnur, als auch Vorfach monofile Schnur verwendet, da geflochtene Schnüre bei Minusgraden gefrieren und dann brechen können.

Die Köder
Ideale Köder zum Quappenangeln sind Tauwürmer, Köderfische und Fetzen von Heringen, Stinten oder auch Sardinen. Die Quappe nutzt ihren wurmstuecke-am-hakenausgezeichneten Geruchssinn, um ihre Beute aufzuspüren. Daher schwören einige Angler auf zusätzliche Geschmacks- oder Geruchsstoffe, die auf den Köder getropft werden.

Aber auch für Angler die auf die Chemie verzichten möchten und lieber auf natürliche Köder setzen gibt es einige Tricks um die Quappen anzulocken. Tauwürmer sollte man nicht als ganzen Wurm auf den Haken ziehen, sondern besser den Wurm in mehrere Stücke zerteilen und dann die einzelnen Stücke anködern. So treten die Köpersäfte des Wurms besser aus und legen eine unwiderstehliche Duftspur in die Strömung. Gleiches gilt auch für die Köderfische. Entweder man schneidet die Flanken der Köderfische mehrfach ein oder man steckt mehrere Fischfetzen auf den Haken. Beachten muss man bei diesen Anköderungsarten jedoch, dass man den Köder öfter wechseln muss, als wenn man mit ganzen Ködern angelt, da er schneller auslaugt.

Die Fangverwertung
Das Fleisch und besonders die Leber sind sehr schmackhaft. Es gibt für die Quappe, die recht fettes Fleisch hat (weswegen sie sich auch gut zum räuchern eignet) verschiedene Rezepte wie z. B.:

• Mit viel frischen Gemüse/Suppengrün im Bauchraum des Fisches und drum herum im Backrohr garen mit entsprechenden Gewürzen.

• Als Filet kann man die Fische auch sehr gut in der Pfanne zubereiten. Pfeffer, Salz und ein paar Kräuter und man hat eine Deklikatesse.

• Filets von den überwiegend recht großen Fischen kann man gut räuchern.

• Die Leber in Mehl wenden und in Butter braten, erst dann salzen.

Achten sollte man darauf, dass man den Fisch nicht mit zuviel Hitze gart, da er sonst leicht zäh werden kann.

Hinweis:
Bei Google findet man die meisten Rezepte für die Quappe mit dem Suchbegriff „rezept trüsche“.